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Wer einen Eindruck von der Einmaligkeit Burghausens gewinnen will, muss, ehe er Teile oder gar Einzelheiten besichtigt und erlebt, das Gesamtbild der Einheit von Burg und Stadt, des baulichen Zusammenklangs in sich aufnehmen, am besten bei einem Spaziergang am österreichischen Salzachufer entlang der Hangkante oder auf der Talstraße wenig über der Salzach.

Was bei einem Bummel durch Stadt und Burg immer wieder überrascht, zeigt sich auch von hier aus: die Vielfalt des Erscheinungsbildes, das sich oft nach wenigen Schritten schon wandelt. Trotzdem bleibt beim Anblick aus der Ferne der Eindruck der Einheit, Geschlossenheit, des festen Gefüges, des Geborgenseins der bürgerlichen Siedlung einerseits am Ufer der Salzach, andererseits unter dem langgezogenen Höhenrücken mit der türmereichen Burg gleichsam einer Stadt über der Stadt bestehen. Von oben betrachtet zeigen sich vor allem die Längserstreckung und eine gewisse Parallelität: der Fluss, dann ursprünglich geradezu sein linkes Ufer bildend, die lange, beinahe lückenlose Häuserzeile der Grüben (im Volksmund Einzahl: "d'Griabn") und des Stadtplatzes, an den Burg hang gebaut die "Messerzeile" und ein Teil des "Geistwirtgassls", dazu die Hinterhäuser der bergseitigen Stadtplatzhälfte, darüber "Europas längste Burg". Unseren Blick von der Talstraße aus zieht jedoch eher anderes auf sich: die Pfarrkirche St. Jakob, mit dem mächtigen Turm die Höhe der Burg erreichend, doch auch mit dem Langhaus alle weltlichen Gebäude bei weitem überragend, mit dem klaren Anspruch, Mittelpunkt zu sein, zu sammeln, was in der Länge weit auseinandergezogen ist, schützend, anders freilich als die Burg, Zuversicht spendend, aus der räumlichen Enge nach oben weisend.

Flussaufwärts, dem südlichen Ausgang der Grüben vorgelagert, zu der auf freierem Gelände entstandenen Vorstadt gehörig, erhebt sich der Turm der Heilig-Geist-Spitalkirche, willig sich St. Jakob unterordnend im Bau des einfacheren Zwiebelturms; noch weiter im Süden reckt sich das schlanke Spitztürmchen der Kapuzinerkirche empor, das Stadtbild nicht beeinflussend, aber verzierend.

Flussabwärts, im Norden, schließt die ehemalige Jesuitenniederlassung die Altstadt ab, so, als wolle sie ihre Stirnseiten - die hochragende Fassade der Josefskirche und den Giebel des Gymnasiumsgebäudes - dem geschäftig lauten Treiben der Bürger entgegenstellen und einen Ort der Ruhe schaffen für die Bestrebungen in den eigenen Mauern.




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