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Die Grüben und Spitalvorstadt
(Klicken Sie hier, um den Grübenplan anzusehen)

Urkundliche Erwähnung der Grüben [27] als "fovea" (Grube) bereits um 1225, als "Grueb" 1333. Fast durchwegs Häuser von Handwerkern; größtenteils spätgotische Bauperiode. Im Lauf der Jahrhunderte immer wieder von verheerenden Hochwassern überschwemmt.

Seit dem Bau der Uferstraße [26] 1969/71 im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahmen Sanierung vieler Häuser.

Parallel zur Grüben am Fuße des Burgberges entlang die erstmals 1408 urkundlich erwähnte Messerzeile [28], in der vorwiegends Schlosser und Kunsthandwerker wohnten.

 
 
[29] Messerzeile, Haus-Nr. 12:
In der zweiten Hälfte des 19. Jh. im Besitz des Gymnasialprofessors Heinrich Faltermayer, des "Kindlein" in Ludwig Thomas "Lausbubengeschichten".

[30] Sogenanntes "Bildhauerhaus" (Messerzeile Haus-Nr. 2):
Wie das "Uhrmacherhaus" (Haus-Nr. 6) noch 16 Jh. Wohnhaus und Werkstätte der bedeutenden Burghauser Bildhauer Johann Georg Lindt (ab 1785) und Thomas Jorhan (ab 1796). Bei Lindt arbeitete kurz auch Ignaz Günther.

[31] Sogenanntes "Malerhaus" (In den Grüben Haus-Nr. 142):
War Werkstätte von Johann Grö(t)z (1690), Lorenz Kriner (1699), Franz Xaver Grötz (1727) und der della Croces (ab 1758). Im Rückgebäude Bildhauerwerkstätten von Johann Jakob Schnabel (1727) und Johann Georg Lindt (1758, später Haus-Nr. 2). Haus-Nr. 143: "Maler Rechl'sche Behausung" (1650 bis 1735). Weiteres Malerwohnhaus Nr. 153: Innozenz Warathi (1726), Johann Martin Seltenhorn (1759) und Kajetan Forster (1768). Häuserflucht Nr. 153 bis Nr. 162 bei Neuaufbau 1973 zur Verbreiterung der Straße zurückversetzt.

 
 
[32] "Am Bichl":
1408 "Gasteig", später "Am Bühel". Bis 19. Jh. Standort des "Stadttanzhauses". Um 1860 Traum von einer Anlegestelle für Salzach-Dampfschiffe. Vor dem Uferstraßenbau "Obeliskenplatz" mit Kriegerdenkmal.

[33] Ehemals "Mautbeck" (Prechtl-Bäcker, Haus-Nr. 192):
Erste Hälfte 16. Jh.; an der Hauswand im ersten Obergeschoß Hochwassermarke (1598).

[34] "Mautnerschloß" (Haus-Nr. 193):
Im Kern 16. Jh.; herzogliche bzw. kurfürstliche Mautstelle an der Salzlände. Schloßartiger Bau der "Mautner von Burghausen", dann kurfürstliches Mautamtshaus und Königliches Zollamt. Umbauten 1912, spätere Sanierung 1976/77. Heute Städtisches Schulungs- und Seminargebäude; mit Jazzkeller, 1877/79 wohnte hier Ludwig Thoma als Lateinschüler.

 
 
[35] "Platzl": Ursprünglich Abschluß der inneren Stadtbefestigung mit Spital-Torturm (1766 abgebrochen) und vorgelagertem Graben in Höhe von der Burg herabkommenden Stadtmauer aus dem 13. Jh. Neugestaltung des Platzes 1860.
Gabelung der Mautnerstraße [37], vormals "Lederer-" und "Tuchmachergasse", und der Spitalgasse [38], vormals "Schiffgasse" und "Fischergasse". Der äußere Teil der Mautnerstraße (um 1465 "Webergasse") führt durch die Spitalvorstadt zum südwestlichen Ende der Stadtmauer mit dem ehemaligen St. Johann-Tor (schon 1335 urkundlich erwähnt; 1806/08 bzw. 1877 abgebrochen) in Höhe Haus-Nr. 240 [42]

[36] Ehemaliges Heilig-Geist-Spital mit Spitalkirche: Stiftung des Mautners Friedrich von Katzenberg (1332); wie im Mittelalter vielfach üblich vor der Stadtmauer am Bach (alter Wöhrseeabfluß) gelegen. 1856 bis 1956 Distriktkrankenhaus, denn Bischöfliches Seminar St. Altmann; seit 1991 "Haus der Begegnung Heilig Geist".
Spitalkirche (1325/30): Einer der wenigen Sakralbauten des 14. Jh. in Oberbayern; nach Stadtbrand erneuert (1512); um 1777 barockisiert; neuer Turm von 1773, Barocke Ausstattung (zweite Hälfte 17. Jh.); gotische Marmorepitaphe (1505/30); mit Hochwassermarken. Renoviert 1933 und 1969/70.

[39] Neues "Heilig-Geist-Spital" (Haus-Nr. 250): Vormals St. Josephsspital und Armenhaus; schon 1503 als Bruderhaus erwähnt. 1955 von der Stadt erworben; nach Neubau 1965/1966 modernisiert 1989/90.

[40] "Riemerschmid-Haus" (Haus-Nr. 249): Geburtshaus von Anton Riemerschmid, des Gründers der ersten deutschen Handelsschule (1862); baulich stark verändert.

[41] Ehemaliges Kapuzinerkloster mit Klosterkirche: Ordensangehörige erstmals 1618, dann wieder im Pestjahr 1649 in der Stadt. Klostergründung 1654; Anbauten Ende 19. Jh. und um 1920. Der Heilige Bruder Konrad wirkte hier 1851 als Novize; 1877 Arbeiterbischof Freiherr von Ketteler hier gestorben. Seit 1892 auch Seminar für Ordenspriesternachwuchs; Auflösung von Kloster und Seminar 1994, Nutzung der Gebäude als Jugendherberge und Städtische Musikschule.
Klosterkirche St. Anna (1654/56): Schlichter Saalbau mit Tonnengewölbe über Langhaus und Chor; 1940 und 1966/75 Umgestaltung; Ausstattung 18./20. Jh. Unter der Kirche Kapuzinergruft.




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