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Stadtplatz und Zaglau (Klicken Sie hier, um den Stadtplatzplan anzusehen)
Für das Inn-Salzachgebiet typische Häuserform, die sich im 15. Jh. aus dem alpenländischen Bauernhaus entwickelt hat; im Spätmittelalter aus Feuermauern entstandene Blendfassaden im Geist der jeweiligen Stil-Epochen an ursprünglich spätgotischen Häusern. [1] Pfarrkirche St. Jakob: Weihe 1140. Wiederaufbau nach dem Stadtbrand von 1353 durch Bauhütte bei St. Jakob. Teilzerstörung bei Stadtbrand von 1504. Turm: Grundsteinlegung 1470; Aufsatz über Galerie 1721/1726; Kuppel 1778/1781. Wiederaufbau und teilweise Umgestaltung nach Einsturz des südlichen Langhauses (1851/1855). Vorwiegend neugotische Ausstattung; große Zahl von Epitaphen hoher Qualität. [2] Pfarrhof (Haus-Nr. 16): Ursprünglicher Bau 1578 abgebrannt; 1731 anstelle des Baues von 1651 erreichtet; Neugestaltung nach Brandschaden 1898. Dekanatsitz seit 1802. Renovierungen im 20 Jh. [3] "Chorregentenhaus" (Haus-Nr. 18): Ursprünglich erste Hälfte des 16 Jh. Früheste urkundliche Belege über Kirchenmusik in St. Jakob im 14. Jah., Bezeichnung "Chorregent" als Leiter eines geschulten, hauptamtlichen Musikpersonals ab 1617. Georg Hartdobler erteilte 1805/06 in Burghausen Franz Xaver Gruber (1787 bis 1863), dem Schöpfer des "Stille Nacht"-Liedes und wertvoller Kirchenmusiken, Unterricht. Zusammen mit dem ehemaligen "Pfarrmesnerhaus" (Haus-Nr. 17) heute als Neubau mit nachempfundener Fassadengestaltung "Pfarrzentrum St. Jakob" (Einweihung im Dezember 2000). Neben dem ehemaligen "Kaplanhaus" (Haus-Nr. 21), im Kern 16. Jh., renoviert Ende des 20. Jh., Aufgang zur Burg (Stethaimer-Weg bzw. "Kasernberg"). [4] Ehemaliges Stadthaus der Herzöge (Haus-Nr. 36): Zum Teil noch zweite Hälfte 15. Jh.; Fassade um 1700; später bevorzugtes Wohnhaus des Adels. [5] "Hotel Post" (Haus-Nr. 39): Vormals "Gasthof zur Krone"; erste Hälfte 16. Jh. Beachtliche Gewölbe im Erdgeschoß und Keller. Am 16. Oktober 1742 bei der Befreiung seiner Heimatstadt von Franz Carl Cura erstürmt (siehe Tafel und Ausleger an Fassade). [6] Stadtapotheke (Haus-Nr. 40): Eine der ältesten Apotheken Bayerns, seit etwa 1596 auf diesem Platz. Rokokofassade mit anmutigen Stuckornamenten. 1945 wie die Nachbarhäuser (Nr. 37 und 39) durch Bomben beschädigt. [7] "Geistwirtgaßl": 1555 "Gangsteig zum Schloß"; 1740 "Stadtgangsteig"; im 19. Jh. auch "Kasernberg" genannt. [8] "Bayerischer Hof" (Haus-Nr. 45/46): Vormals "Wolfertsederbräu", 17./18. Jh. Im Innviertler Bauernkrieg 1705 Quartier des Rebellenanführers und bayerischen Patrioten Johann Georg Meindl. [9] Sogenanntes "Rauchhaus" (Haus-Nr. 49), ehemals "Altmannisches Haus": 16./17. Jh.; schöne Rokokofassade von 1762 mit "Auge Gottes" im Giebelfeld. [10] Sogenanntes "Buchleitner-Haus" (Haus-Nr. 59): 17. Jh.; "Gmainer Statt zo Bruckgasse: Officierhaus" (1762); später Hauptwache der Garnison. [11] Hofberg: Seit 1466 so genannt; 1332 "Schloßberg"; schon 1500 gepflastert; mittelalterlicher Gehsteig noch zu sehen. "Sporerturm" (Pflasterzoll!) in Höhe der Wehrmauer 1805 niedergelegt; früher einzige Ausfallstraße nach Norden. [12] Ludwigsberg: Erbaut 1835/36 aus Steinen der geschleiften nördlichen Zwinger. Gedenktafel an König Ludwig I. auf halber Berghöhe. [13] Ehemaliges Bischöfliches Seminar (Haus-Nr. 89): Südliches Drittel des "neuen" herzoglichen Salzstadels von 1590, der in einer Länge von 90 m bis 1852 bestand; später Kellerwirtschaft; ab 1920 Salesianer-Schülerheim (bis 1986), dann "Städtische Musikschule". Sanierung und neue Zweckbestimmung in Planung. In Höhe des Hauses Nr. 87 stand bis zum Zaglau-Brand von 1863 als Abschluß der inneren Stadtbefestigung nach Norden der "Zaglau-Torturm" (Jesuitentor). [14] Studienkirche St. Joseph: Ehemalige Jesuitenkirche (1630/31) mit Konventanbau nach Norden. Frühbarocke Fassade mit schönem Portal (Türe von 1781). Neuweihe 1874 nach dem Brand von 1863; von der ursprünglichen Einrichtung fast nichts mehr erhalten; Hochaltar (um 1720) aus der ehemaligen "Jesuitenaula" des Gymnasiums. [15] Kurfürst-Maximilian-Gymnasium: Erbaut 1662/64; Stilmerkmale der Spätrenaissance und des Frühbarock; nördlicher Anbau von 1961/63. Schmuckstück: die 1963 wiederhergestellte Aula (ehemaliger Kongregationssaal) im zweiten Obergeschoß mit Deckenfresken (Innozenz Anton Warathi) und reicher Stuckierung von 1730/35 (schöner Konzertsaal). Am Gebäudesockel zur Salzachseite Hochwassermarken. [16] "Vier Jahreszeiten" (Haus-Nr. 95/96), vormals "Schmal-" und "Bauernbräu": Klassizistische Hausfront an ursprünglich zwei Häusern nach dem Zaglau-Brand von 1863 einheitlich gestaltet. Nach dem Brand unter Erhaltung der Louis-Seize-Fassade und der zweistöckigen gotischen Arkaden im Hofinneren 1983 neu errichtet. [17] "Tauffkirchen-Palais" (Haus-Nr. 97): Wohnsitz des Vizedoms seit 1736. Bei Beschießung der Stadt 1742 abgebrannt. Reiche Rokoko-Ornamentik mit Allianzwappen der gräflichen Familien Tauffkirchen und Lerchenfeld. Absteige Napoleons während seines viertägigen Aufenthalts (1809). Ende des 19. Jh. Königliches Rentamt, dann Amtsgericht. [18] Marienbrunnen: Brunnen schon 1440, Säule zweite Hälfte 17. Jh.; Marmorbecken teilweise erneuert (19./20. Jh.). [19] "Schutzengel-Kirche" und Institut der Englischen Fräulein (Haus-Nr. 100/101): Ordensniederlassung 1683. Dreiteilige spätbarocke Fassade am Neuaufbau von 1731 (Deckenfresken von Innozenz Anton Warathi). Weihe der Kirche 1746. Ausstattung aus Erbauerzeit (restauriert 1988/89). Haus Nr. 100 (zweite Hälfte 16. Jh.) seit 1889 zum Institut gehörig. [20] Bruckgasse: Ursprünglich viel enger und mit acht Bögen überspannt. Erste Brückenjoche bis 1715 mit "Halle" überdacht ("obere" Fleischbänke). Brucktor von 1767 mit prächtiger Barockfassade 1886 abgebrochen. [21] Ehemaliges Regierungsgebäude (Haus-Nr. 108): Mitte 16. Jh. mit drei dekorativen Renaissancetürmchen; Fassade mit kurbayerischem Wappen Mitte 18. Jh. Verwaltungszentrum des Rentamtes, später kurfürstliches Regierungsgebäude (bis 1802); 1877 bis 1934 mit Haus Nr. 109 königliches Studienseminar. Heute "Stadtsaal-Gebäude" mit Stadtbibliothek. [22] Ehemaliges Terrassencafé (Haus-Nr. 111): Spätgotisch und Mitte 16. Jh. Hausmarke mit Jahreszahl 1550 in Fensterleibung. Lebzelterei und Wachszieherei seit 1639. Schöner Lichthof mit Renaissance-Arkaden. [23] Löwenbrunnen von 1658: Durch Bombentreffer 1945 zerstört; bei der Platzneugestaltung 1975/77 neuer Brunnen mit erhalten gebliebenem Wappenlöwen errichtet. [24] Rathaus (Haus-Nr. 112-114): 14./15. Jh., einst mit Uhrturm und Tanzsaal. Schon 1307 ein "Rat der Zwölfer" erwähnt. Geschlechterturm im Gemäuer enthalten. 1439 verkaufen die "Herren aus dem Holz" das Haus an die Stadt. Klassizistische Fassade mit Stadt- und bayerischem Wappen von 1788; zahlreiche Umbauten. [25] Ehemaliges Ständehaus (Haus-Nr. 115): Um 1400 als Haus "am Steg" genannt; gehörte in der zweiten Hälfte des 18. Jh. der "Landschaft", den bayerischen Landständen. Schöne klassizistische Fassade, frühes 19. Jh., wie auch bei dem Nachbarhaus Nr. 116 (sogenanntes "Barbarino-Haus"). Häuser Nr. 117 und 118 mußten 1969 der Einmündung der Uferstraße, der Salzlände [26], weichen.
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